Für Gesundheit und Naturschutz: Produkte aus der Region
Es vergeht kaum ein Jahr, in dem wir nicht von einem neuen Lebensmittelskandal erschüttert werden. Auch wenn wir selbst nichts dafür können, tragen wir doch ein hohes Maß an Verantwortung und können schon bei unseren Einkäufen dafür sorgen, wie mit den Lebensmitteln umgegangen wird, die auf unseren Tisch kommen.
Mehr für weniger
Als Verbraucher möchten wir in der Regel möglichst viel Ware für wenig Geld haben. Dies führt zu erbitterten Preiskämpfen bei den Handelsketten und Supermärkten. Leidtragende sind als erstes die Produzenten, die immer weniger für ihre Arbeit bekommen. Der Preis, den z. B. der Milchbauer für seine Milch oder der Landwirt für seine Hühner oder Schweine bekommt ist so niedrig, dass sich die Haltung von wenigen Tieren schon gar nicht mehr lohnt. Gewinne kann er nur dann machen, wenn er expandiert und Hunderte, oder besser mehrere Tausend Tiere hält. Je größer die Anzahl der Tiere, desto eher lohnt sich der Einsatz von großen Maschinen. Die Erzeugung bzw. Gewinnung von Lebensmitteln wird somit immer mehr zum Industrieprodukt.
Zwanghaft billig
Nicht anders sieht es bei Obst und Gemüse aus. Wir erwarten, dass jegliches Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit auf dem Tisch steht. Wir importieren Lebensmittel vom anderen Ende der Welt, nur weil wir genau jetzt diese Produkte essen wollen. Wie selbstverständlich ist es für uns geworden, dass es auch im Winter Erdbeeren und Kopfsalat und im Sommer Äpfel und Feldsalat zu kaufen gibt. Wir haben gar keinen Überblick mehr darüber, welche Produkte zu welcher Jahreszeit wachsen.
Auch hier geht der Trend hin zu immer größerer und billigerer Produktion. So weit das Auge reicht, reihen sich die Plastikfolien-Gewächshäuser an der Küste von Almeria (Spanien) auf. Von hier beziehen wir einen Großteil des von uns in Deutschland im Winter verzehrten Gemüses, wie z. B. Paprika, Tomaten, Gurken oder Blattsalate.
Es wird nicht lange dauern, bis der nächste Lebensmittelskandal vermeldet wird. Unser Wunsch nach billigen, zu jeder Jahreszeit verfügbaren Lebensmitteln lässt sich nur durch industrielle Landwirtschaft im großen Stil erfüllen. Der Zwang für den Erzeuger, immer kostengünstiger zu produzieren, geht letztendlich immer zu Lasten unserer Gesundheit.
Es geht auch anders
Eine Alternative hierzu sind Produkte aus der Region. Regionale Produkte sind seit einigen Jahren wieder im Kommen. Immer mehr Verbraucher achten darauf, woher die Produkte kommen, die sie verzehren und wie sie hergestellt werden. Wir wollen nicht mehr nur billig, sondern vor allem gut essen. Quantität und der Preis ist nicht mehr ganz so wichtig, stattdessen legen immer mehr Verbraucher Wert auf Qualität und regionale Herkunft.
Regional ist nicht egal
Die Produktion, die Vermarktung und der Konsum von regionalen Lebensmitteln haben viele Vorteile. Davon profitieren die Verbraucher, die heimischen Produzenten, die Umwelt und die Menschen in der Region.
Regionale Produkte
- haben einen intensiveren Geschmack. Heimisches Obst oder Gemüse wird erst dann geerntet, wenn es reif ist und sich die Aromen und Geschmacksstoffe gebildet haben.
- sind meistens frischer, da die Waren kurz nach dem Ernten bereits verkauft werden. Lange Transportwege fallen so weg.
- ermöglichen den direkten Kontakt zwischen Erzeuger und Verbraucher. Dadurch erhöht sich das Vertrauen des Verbrauchers in die Qualität und Sicherheit der produzierten Lebensmittel.
- tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Viele alte Obst- und Gemüsesorten verschwinden vom Markt, weil sie sich für den industriellen Anbau nicht eignen.
- erhöhen die regionale Wertschöpfungskette und tragen somit zum Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region bei.
- leisten einen Beitrag zum Natur- und Landschaftsschutz. Streuobstwiesen z. B. beherbergen eine Vielzahl verschiedener Tiere und Pflanzen.
- schaffen Transparenz. Durch die Nähe zum Erzeuger wird deren Anonymität aufgehoben. Der Verbraucher kann sich bei einem Mangel direkt an den Erzeuger wenden.
- begünstigen die Identifikation mit der Region. Dies ist Voraussetzung für eine positive Entwicklung der Region auch auf anderen Gebieten.
